Perimenopause: Der Körper im Wandel

Frau sitzt im Winter an einem See, trinkt Tee und schaut lachend auf ihr Handy
Die Perimenopause bringt viele Veränderungen mit sich, die den Körper und das Wohlbefinden einer Frau beeinflussen können. Erfahre, welche Symptome typisch sind und wie du mit Hormonen, Lebensstil und alternativen Therapien mögliche Beschwerden lindern kannst.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Perimenopause ist eine Phase hormoneller Umstellungen, die oft um das 40. Lebensjahr beginnt.
  • Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Scheidentrockenheit sind typisch.
  • Hormonersatztherapien können Beschwerden lindern, sind jedoch auch mit potenziellen Risiken verbunden.
  • Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Bewegung kann das Wohlbefinden steigern.

Die 3 Phasen der Wechseljahre

Die Wechseljahre lassen sich in drei medizinisch relevante Phasen unterteilen:

  • Perimenopause: Diese Phase beginnt einige Jahre vor der letzten Regelblutung und dauert etwa bis ein Jahr danach an. Der Hormonspiegel, insbesondere Östrogen und Progesteron – schwankt deutlich. Erste typische Beschwerden wie Hitzewallungen oder Zyklusunregelmäßigkeiten treten häufig in dieser Phase auf.
  • Menopause: Die Menopause ist kein Zeitraum, sondern ein Zeitpunkt, nämlich der Tag der letzten spontanen Menstruation. Er wird rückblickend bestimmt, wenn die Regelblutung zwölf Monate lang ausgeblieben ist.
  • Postmenopause: Sie beginnt nach der Menopause. In dieser Phase bleibt der Östrogenspiegel dauerhaft niedrig, was langfristige Auswirkungen auf Knochen, Schleimhäute und das Herz-Kreislauf-System haben kann. [9]

Hinweis: Die Prämenopause zählt medizinisch nicht zu den Wechseljahren. Sie bezeichnet die reproduktive Lebensphase vor Beginn der hormonellen Veränderungen, in der der Zyklus noch regelmäßig verläuft und keine typischen eine typischen klimakterischen Symptome auftreten.

Die Perimenopause ist eine Übergangsphase

Die Perimenopause ist die Phase der hormonellen Umstellung, die unmittelbar vor der Menopause beginnt und bis ein Jahr nach der letzten Regelblutung andauert. Diese Phase erstreckt sich in der Regel auf mehrere Jahre und ist häufig gekennzeichnet durch unregelmäßige Menstruationszyklen, verstärkte und verlängerte Blutungen, Hitzewallungen, Schlafstörungen und andere Symptome. Der Zeitpunkt der Perimenopause ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Im Durchschnitt beginnt sie mit 47,5 Jahren. Bei der Hälfte der Frauen tritt mit 52 Jahren die Menopause ein. [1]

Veränderungen in den Eierstöcken

Etwa um das 40. Lebensjahr beginnen die Eierstöcke, sich altersbedingt zu verändern. Du bekommst in dieser Phase zwar noch regelmäßig deine Periode, jedoch lässt die Produktion des Hormons Progesteron nach. Das führt dazu, dass nicht in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet. Dies kann zu einem Östrogenüberschuss führen. Mit dem Beginn der Perimenopause sinkt auch die Östrogenproduktion in den Eierstöcken. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, da Östrogen und Progesteron nicht nur auf die Geschlechtsorgane wirken, sondern auch auf Haut, Schleimhäute und Knochen. [1]

Eine Zeit des Ungleichgewichts

Während der Perimenopause kompensiert das Gehirn den sinkenden Östrogenspiegel, indem es vermehrt Hormone, insbesondere das follikelstimulierende Hormon (FSH), ausschüttet. Diese Hormonausschüttung soll die Eierstöcke zur Hormonproduktion anregen. Zu Beginn führt dies oft zu einem Überschuss an Östrogen, was Brustspannen oder stärkere Menstruationsblutungen verursachen kann. Die starken Schwankungen im Hormonhaushalt gelten auch als Ursache für Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Gegen Ende der Perimenopause hören die Eierstöcke schließlich ganz auf, Hormone zu produzieren, und der Körper erreicht ein neues hormonelles Gleichgewicht. [2]

Dauer der Perimenopause

Die Perimenopause beginnt bei jeder Frau zu einem anderen Zeitpunkt und kann unterschiedlich lange andauern – meist zwischen vier und zehn Jahren. Der Übergang zur Postmenopause erfolgt allmählich und ist nicht exakt datierbar, da beide Phasen ineinander übergehen. [3]

Symptome der Perimenopause

Während einige Frauen frühe Anzeichen wie unregelmäßige Zyklen bemerken, haben andere bis zur letzten Menstruation einen regelmäßigen Zyklus. Bei manchen Frauen bleibt die Periode phasenweise ganz aus und kommt dann wieder. Auch ein auf drei oder vier Monate verlängerter Zyklus ist möglich. [1]

Typische Symptome der Perimenopause

Die Perimenopause bringt unterschiedliche Symptome mit sich. Besonders typisch sind:

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Diese Beschwerden können sowohl den Schlaf stören als auch den Alltag beeinträchtigen. Sie schwanken oft in ihrer Intensität und Dauer.
  • Scheidentrockenheit: Der Mangel an Östrogen führt zu einer dünneren, trockeneren Scheidenschleimhaut, was bei manchen Frauen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen kann.
  • Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme: Auch diese Symptome treten häufig auf und können die Lebensqualität beeinträchtigen.

Etwa ein Drittel der Frauen erlebt starke Beschwerden während der Wechseljahre, ein weiteres Drittel hat leichte Beschwerden, und das letzte Drittel kommt nahezu beschwerdefrei durch die Perimenopause. [4]

Gibt es einen Test auf die Perimenopause?

Wenn du wissen möchtest, ob die Perimenopause bei dir begonnen hat, kann deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt den Hormonspiegel untersuchen. Besonders der FSH-Wert ist hierbei aufschlussreich, ebenso wie der LH-, Östrogen- und Progesteronwert. Solche Tests sind jedoch nur in bestimmten Fällen sinnvoll, etwa um andere Ursachen für das Ausbleiben der Periode auszuschließen. [5]

Tipps für die Perimenopause

Hormone und andere Therapien

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Phase im Leben. Dennoch können die Beschwerden so stark sein, dass eine Behandlung notwendig wird. Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann die Symptome lindern, sollte aber nur nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und Vorteile eingesetzt werden. Auch pflanzliche Arzneimittel wie Phyto-Östrogene sind erhältlich, ihre Wirksamkeit ist jedoch umstritten [6]. Alternativ können Methoden wie Akupunktur oder kognitive Verhaltenstherapie bei bestimmten Beschwerden helfen. [7]

Veränderungen des Lebensstils

Ein gesunder Lebensstil kann ebenfalls hilfreich sein. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressbewältigungstechniken wie Yoga oder Meditation verbessern das allgemeine Wohlbefinden und unterstützen die Gesundheit von Herz-Kreislauf-System, Knochen und Muskulatur. Auch depressive Verstimmungen lassen sich nachweislich durch körperliche Aktivität lindern. [8]

Quellen

[1] Frauenaerzte-im-netz.de. (2015). Wechseljahre / Klimakterium» Körper & Sexualität» Frauenärzte im Netz – Ihr Portal für Frauengesundheit und Frauenheilkunde. Verfügbar unter: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/koerper-sexualitaet/wechseljahre-klimakterium/

[2] Inwald, E.C., Albring, C., Baum, E. et al. (2021). Perimenopause and Postmenopause – Diagnosis and Interventions. Guideline of the DGGG and OEGGG. doi: https://doi.org/10.1055/a-1361-1948

[3] MSD Manual. (n.d.). Wechseljahre – Gesundheitsprobleme von Frauen. Verfügbar unter: https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/gesundheitsprobleme-von-frauen/wechseljahre/wechseljahre

[4] Gesundheitsinformation.de. (n.d.). Wechseljahrsbeschwerden. Verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/wechseljahrsbeschwerden.html

[5] NICE. (2019). Managing short-term menopausal symptoms. Verfügbar unter: https://www.nice.org.uk/consultations/672/10/managing-short-term-menopausal-symptoms

[6] Stuenkel, C. A., Davis, S. R., Gompel, A., Lumsden, M. A., Murad, M. H., Pinkerton, J. V., & Santen, R. J. (2015). Treatment of symptoms of the menopause: an Endocrine Society clinical practice guideline. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 100(11), 3975–4011. doi: https://doi.org/10.1210/jc.2015-2236

[7] Ee, C., Xue, C., Chondros, P., Myers, S. P., French, S. D., Teede, H., … & Pirotta, M. (2019). Acupuncture for menopausal hot flashes: a randomized trial. Annals of Internal Medicine, 172(12), 849–857. doi: https://doi.org/10.7326/M19-1325

[8] Schuch, F.B., Vancampfort, D., Firth, J., Rosenbaum, S., Ward, P.B., Silva, E.S., … & Stubbs, B. (2018). Physical activity and incident depression: a meta-analysis of prospective cohort studies. American Journal of Psychiatry, 175(7), 631-648. doi: https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2018.17111194

Mitwirkende Autor:innen

  • Anna-Kristin Steiner ist Ernährungswissenschaftlerin, zertifizierte Ernährungsberaterin und Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie verfügt über jahrelange Erfahrung in der Beratung und Versorgung von Patient:innen mit verschiedenen Krankheitsbildern.

  • Das MENO! Redaktionsteam setzt sich aus erfahrenen und qualifizierten Fachkräften unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Dazu gehören Expert:innen aus den Bereichen Medizin, Ernährungswissenschaft/Ökotrophologie, Sport- und Gesundheitswissenschaften sowie der klinischen Psychologie. Unser Ziel ist es, allen Leser:innen verlässliche, gut verständliche und wissenschaftlich fundierte Gesundheitsinformationen zu bieten. Jeder Artikel wird sorgfältig auf Aktualität, Fachlichkeit und eine wertfreie Darstellung geprüft, um zu einer informierten und offenen Auseinandersetzung mit dem Thema beizutragen.

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